ASB Regionalverband Vorpommern-Greifswald e.V.

[3.Dezember 2019] Anklam

Vom System im Stich gelassen

Manuel Mahnke kämpft seit einem Jahrzehnt gegen Krebs, die Therapie die ihm nun helfen kann muss er alleine bezahlen.

Manuel Mahnke ist 1,86m groß und wiegt 66kg. Für einen Erwachsenen ist das nicht das Normalgewicht. Der Krebs hat seine Spuren hinterlassen, die zahlreichen Chemotherapien tun ihr Übriges dazu. Manuel gibt den Kampf nicht auf, seine Frau die er in der Klinik kennenlernte und in diesem Jahr heiratete unterstützt ihn nicht nur in medizinischer Hinsicht, vor allem mental begleitet sie Manuel.

Den Krebs den Manuel hat, ist für einen Erwachsenen ungewöhnlich. Normalerweise sind vom Neuroblastom Kinder betroffen. Manuel sagt selbst „ich passe nicht ganz in das Schema, ich bin zu alt für diese Krebsart und lebe eigentlich zu lange. Es klingt zwar makaber ist aber die Tatsache. Alles was es in konventioneller medizinsicher Hinsicht gibt, habe ich bereits ausgeschöpft und ein Erfolg blieb bislang aus“. Die Blutwerte von Manuel schaffen es nicht mehr sich zu erholen und der Krebs ist alles andere als besiegt. Vor einem knappen halben Jahr schöpft Manuel dann neue Hoffnung. Eine neue Therapie mit zwei sehr neuen Medikamenten (Nivolumab und Dinutuximab) scheinen wirkungsvoll zu sein.

Der Haken daran, Nivolumab ist für diese Krebsart noch nicht zugelassen und wird somit auch nicht von der Krankenkasse bezahlt. Manuel finanziert dieses Medikament aktuell nur aus Spenden. Das andere Medikament Dinutuximab ist zwar zugelassen und wurde bisher bezahlt, aber ist auf 5 Therapien beschränkt. Die Ärzte sagen aber, um den Tumor und die Zellen weiter zu bekämpfen sind weitere Therapien auch mit Dinutuximab notwendig. Ob die Kosten davon weiterhin übernommen werden ist unklar.  

Der medizinische Dienst der Krankenkasse argumentiert hingegen, Manuel solle stattdessen das Risiko einer weiteren und viel stärkeren Chemotherapie eingehen. Die Ärzte von Manuel raten ihm davon hingegen ab.

Nicht nur der Kampf gegen den Krebs ist Kräftezehrend die Kosten- und Finanzierungsfrage umso mehr. Nun kämpft Manuel also auch noch vor Gericht. „Dass alles benötigt jedoch unglaublich viel Zeit“ - sagt Manuel. Zeit die der Krebs ihm aber nicht gibt. Gerade jetzt vor Weihnachten wünscht sich Manuel deshalb einfach ein paar Tage Ruhe: „vielleicht mal abschalten und im Kreis der Familie die Zeit genießen, so gut es eben geht“ – sagt Manuel.

Manuels Geschichte lässt einen nicht ruhig sitzen. Das sagten sich auch die Jugendlichen rund um den ASB Jugendclub „Mühlentreff“ in Anklam. „Wir wollen helfen, das war uns sofort klar“ – sagt Roderich Eichel, Leiter des Jugendclubs. „Die letzten Monate haben wir viele Klinken geputzt und uns stark gemacht für Manuel“. Stolze 11.000€ sind so zusammengekommen mit denen Manuel eine Therapiesitzung mit Nivolumab bezahlen kann.

Passend zum Tag des Gebens am 3.12.2019 überreichten die Jugendlichen stolz die gesammelten Spenden im Jugendclub „Mühlentreff“. Manuel war sichtlich sprachlos, als er sich dann einen Moment gesammelt hatte fragte er „darf ich euch alle mal knuddeln?“. So umarmten sich alle und bekräftigten mit der Spendenscheck Übergabe jetzt heute nicht aufhören zu wollen. „Wir wollen weiter versuchen was wir können um die benötigten finanziellen Mitteln zu sammeln.“

 

Sie wollen für Manuel spenden? Ganz einfach geht dies online über unser Spendenformular.